Erfolg­rei­che COBOL-Java-Migration bei SüdLea­sing GmbH

Die SüdLea­sing GmbH ist eine der größten Leasing­ge­sell­schaf­ten in Deutsch­land und agiert im Verbund der LBBW-Gruppe. Das Unter­neh­men ist erfah­re­ner und kompe­ten­ter Partner rund um das Thema Inves­ti­ti­ons­fi­nan­zie­rung mit einem Leasing­be­stand von 3,6 Milli­ar­den Euro. 400 Mitar­bei­te­rin­nen und Mitar­bei­ter arbei­ten deutsch­land­weit an 21 Stand­or­ten. Die SüdLea­sing GmbH gehört damit zu den Top 3 der Leasing­ge­sell­schaf­ten in Deutschland.

Auf dem Weg zu einem zukunfts­fä­hi­gen Verwal­tungs­sys­tem für Leasingverträge

Die Bearbei­tung der Leasing­ver­träge von SüdLea­sing erfolgte bisher mit einem komple­xen COBOL-System. Es bestand aus 4.027 Program­men und Copybooks mit ca. 3,2 Millio­nen Codezei­len. SüdLea­sing entschied 2019, das Projekt „Techni­sches Reengi­nee­ring Bestands­sys­tem LEASCO“ zu starten. Ziel war es, die Program­mier­spra­che COBOL zu erset­zen und ein zukunfts­fä­hi­ges System zur Verwal­tung der Leasing­ver­träge zu erhal­ten – unter Einhal­tung sämtli­cher Quali­täts­vor­ga­ben in einem agilen Projekt. Dabei sollte COBOL durch Java durch eine toolba­sierte Konver­tie­rung abgelöst werden.

Erfolg­rei­che Sprach­kon­ver­tie­rung unter Verwen­dung ausge­reif­ter Werkzeuge

pro et con Software Migration Tool CoJaC COBOL to Java ConverterDie Sprach­kon­ver­tie­rung ist der anspruchs­vollste Teil einer Software-Migration. Ohne ausge­reifte Konver­tie­rungs­werk­zeuge auf Basis von Techni­ken des Compi­ler­baus schei­tert sie. Der wissen­schaft­li­che Ansatz garan­tiert die seman­ti­sche Äquiva­lenz zwischen origi­na­len und konver­tier­ten Program­men. Exper­tise im Compi­ler­bau ist somit eine wichtige Voraus­set­zung für den Projekt­er­folg. Mit unserem COBOL to Java Conver­ter (CoJaC) existiert eine ausge­reifte Toolchain für die Sprach­kon­ver­tie­rung, die sich im vorlie­gen­den Projekt bewährte.

Die Benut­zer­ober­flä­che des COBOL-Systems war eine SüdLe­a­­sing-Eigen­en­t­­wick­­lung auf Windows-Basis mit ca. 2.100 ASCII-Masken. COBOL-Server und Windows-Client tausch­ten ihre Infor­ma­tio­nen über COBOL-Messages aus. Schon vor dem Start des Migra­ti­ons­pro­jek­tes entwi­ckelte SüdLea­sing mit dem Frame­work Angular die Benut­zer­ober­flä­che als Webap­pli­ka­tion neu. Der Infor­ma­ti­ons­aus­tausch mit den unver­än­der­ten COBOL-Program­­­men erfolgte weiter­hin über COBOL-Messages. Die Webap­pli­ka­tion sollte auch nach der Moder­ni­sie­rung weiter­hin genutzt werden. Im Projekt bestand somit die Aufgabe, eine Schnitt­stelle zwischen der schon existie­ren­den Webap­pli­ka­tion und den neu konver­tier­ten Java-Program­­­men zu entwi­ckeln. Bei der Migration entste­hen aus COBOL-Servern Java-Webser­­vices. Der Infor­ma­ti­ons­aus­tausch mit der Webober­flä­che erfolgt über Java-Klassen, welche durch Konver­tie­rung der COBOL-Messages entstan­den. Somit konnte die Webober­flä­che während der Projekt­lauf­zeit paral­lel im COBOL-System und im Java-System genutzt werden.

Reduzier­ter Testauf­wand durch automa­ti­sierte Tests

Eine Heraus­for­de­rung in jedem Migra­ti­ons­pro­jekt ist der Nachweis, dass origi­nale und konver­tierte Programme identisch arbei­ten. Für diese Tests wurde die Kompa­ti­bi­li­tät der Benut­zer­ober­flä­che zum origi­na­len COBOL-System und zum generier­ten Java-System ausge­nutzt. Es entstand eine komplexe Sammlung von Gherkin-Testsze­­na­­rien unter Verwen­dung des Frame­works Cucum­ber und unter Steue­rung von Jenkins. Die Ausfüh­rung erfolgte sowohl für das COBOL-System als auch für das migrierte Java-System browser­ba­siert über Selenium. Die Ergeb­nisse wurden vergli­chen. Der automa­ti­sche Vergleich des COBOL- und Java-Systems reduzierte den Testauf­wand wesentlich.

Das Projekt wurde zwischen SüdLea­sing und uns gemein­sam unter Nutzung unserer Techno­lo­gien und Werkzeuge reali­siert. Die Projekt­dauer betrug, wie geplant, 1,5 Jahre. Das neue System basiert auf einer moder­nen Spring-Archi­­te­k­­tur. Der generierte Java-Code ist wartbar und perfor­mant. Somit ist eine effizi­ente Wartung und Weiter­ent­wick­lung mit Frame­works wie Maven, Jenkins, Cucum­ber u.a. gegeben. Der Projekt­er­folg hat erneut bestä­tigt, dass die Software-Migration eine Alter­na­tive zur Neuent­wick­lung und zum Einsatz von Standard­soft­ware ist.

Sebas­tian Seek
Leiter Softwareentwicklung
SüdLea­sing GmbH

„Auch in unserer Branche spüren wir natür­lich den Druck im Bereich Digita­li­sie­rung deutlich. Um am Markt auch in Zukunft weiter unsere innova­ti­ven Lösun­gen anbie­ten zu können, war es für uns ganz wichtig, unser zentra­les Leasing­sys­tem zu moder­ni­sie­ren. Wir waren zu Beginn bei der toolge­stütz­ten COBOL-Java-Migration skeptisch, hatte man doch schon von geschei­ter­ten Projek­ten gehört. Mit dem Team von pro et con haben wir aber den richti­gen Partner gefun­den. Schon im Proof of Concept konnte bewie­sen werden, dass die komple­xen Rechen­ope­ra­tio­nen der Finanz­ma­the­ma­tik korrekt ausge­führt wurden und auch die Laufzeit bei Massen­ver­ar­bei­tungs­pro­gram­men unseren Erwar­tun­gen entsprach. Dieser sehr positive Eindruck hat sich im weite­ren Projekt­ver­lauf bestätigt.“

„Ich bin stolz darauf, dass die pro et con GmbH in diesem Projekt erneut zeigen konnte, welches Poten­zial in unserem toolge­stütz­ten Migra­ti­ons­an­satz steckt. Mit unserem COBOL to Java Conver­ter (CoJaC) existiert dafür ein ausge­reif­tes Tool. So ein Projekt ist auch immer ein gemein­sa­mes Projekt zwischen gleich­be­rech­tig­ten Partnern. Insbe­son­dere bei der so wichti­gen Testphase hat die SüdLea­sing GmbH mit dem agilen Ansatz und dem konse­quen­ten Einsatz automa­ti­scher Tests einen wesent­li­chen Beitrag zum Projekt­er­folg geleis­tet. Ich bedanke mich bei Herrn Seek und dem ganzen SüdLe­a­­sing-Team für das uns entge­gen­ge­brachte Vertrauen. Ich bin mir sicher, dass wir mit unserem wissen­schafts­ba­sier­ten Migra­ti­ons­an­satz weitere Firmen bei der erfolg­rei­chen Umset­zung ihrer Digita­li­sie­rungs­stra­te­gien unter­stüt­zen können.“

Prof. Dr. Uwe Kaiser
Geschäftsführer
pro et con GmbH